27/10/2025 tOmi

ICH LOOPE, ALSO BIN ICH

Das heißt so viel wie: Ich gehe und stehe in Beziehung, also bin ich.

„Loopen“ meint, so wie ich es nach einem Jahr intensivstem Kennenlernen von und bei gleichzeitiger Zusammenarbeit mit Chizzi und Hage verstehe, sich selbst durch andere und anderes schlaufen, im Kreis Kreise ziehen und mich davon berühren lassen, berühren und davon verändert, erweitert werden. Ohne Du kein Ich. Ohne Reva kein Loop und ohne Loop kein Reva. Apropos: Bald wird es ein revaLoops-Etymologie-Poster geben! Ein, bitte was? Überraschung!

Dass diese einfache Einsicht des relationalen allen Lebens, in ein kleines Team in ein großes, experimentelles Projekt fließt, in dem ich das, was ich an der Kunst liebe, und das, was mir in der Kunstwelt oft ab- oder einfach nur auf den Sack geht, einbringen kann, wünsche ich mir schon ein halbes Leben lang. Jetzt ist es wahr geworden. Das, was wir in dem Bastelbegriff ÄSTHETHIK zusammenfassen. Das Schöne und das Gute. Das Schöne tut Gutes, das Gute schafft Schönes. So einfach? Doch, schon.

Diese Einsicht besagt ja, dass es – das Leben –  immer vorallem und zuerst und überhaupt gemeinschaftlich ist. Das Leben ist Wir. Ja, ich wage nach einer großen Herausforderung (im Volksmund „schwere Krankheit“ genannt) sogar zu behaupten, dass das Geben und das Empfangen im Grunde dasselbe ist. Wie in revaLoops.

Klar, auch wenn du an der Supermarktkasse deine Tomatensauce bezahlst, greift dieses Prinzip: Du gibst Geld und bekommst Tomatensauce. Aber ich meine es psychologisch. In revaLoops (oder in der Kunst, die ich liebe) sind das Geben und Empfangen dasselbe, weil die Geste doppelt ist. Geloopt ist. Deshalb sagen wir ja auch Gemischtwertehandel.
Es ist nicht nur der monetäre Wert und das „andere Ding“ (Tomatensauce), das die Hände wechselt, sondern auch, wofür es steht und wohin es geht. In diesem Tomatenbeispiel steht es für den noblen, und konsequenten Kampf unserer Freunde von Diritti a Sud*, etwas so Gewöhnliches wie Tomatensauce mit allen Ansprüchen an Würde „schön und gut“, also ästhethisch zu produzieren. Arbeitsrechtlich vorbildlich sauber, inklusiv im regen Austausch und der gleichberechtigten Mitarbeit von Migrant:innen und biologisch kontrolliert und verantwortungsvoll.
Dafür eine kleine, läppische Etikette zu machen, weil diese das österreichische Lebensmittelgesetz für importierte Speisewaren vorschreibt, ist für mich Kunst. Nichts anderes, als das andere, was ich liebe, zu tun, weil es Teil des Ganzen ist. Ist das klug? Was meine „Karriere“ betrifft, sicher nicht, Tomatenetikettenkünstler bringen es eher nicht in den Louvre, aber persönlich ganz sicher. Ich kann mich nur der Liebe entlang orientieren, und ich liebe es, kleine, banale Etiketten zu machen, wenn sie in einem Kontext wie Diritti a Sud und revaLoops stehen.

Kurzum, ich bloge jetzt, also bin ich jetzt auch so. Ich freue mich, habe ich dieses Fenster zu dir. Ich will es spontan nutzen. Ich kann gar nicht anders. So wie heute, als ich mir der Moment plötzlich sagte: Es ist soweit, unterbrich alles andere und tipp was in den revaBlog!

Oder, wie ich den „daily jetzt“ seit Jahren nutze, nämlich als eine Spontanitätsübung des kleinen, feinen Berührtseins. Des, bitte was?

Apropos 2: nächste Überraschung! Aber erst wenn dieser (beinahe)reine visuelle Blog mit 3.333 Bildern bald zu Ende geht. Wir halten dich auf dem Loopenden!                                           tOmi

*https://www.dirittiasud.org/                **https://ildailyjetzt.com/