26/10/2025 chizzi

CHIZZI

Die Schleife im Lebenslauf…

Ich stelle mich vor: chizzi. Geschäftsführer der GmbH mit Loop im Namen und Schleife im Lebenslauf.
So ganz geplant, war das nicht.

Ich begann, wie fast alle, im Kindergarten – und frage mich bis heute, was sich seit damals auf der Welt wirklich verändert hat. Danach Volksschule in einem ehemaligen Pferdestall, kein Scherz. Die Sporthauptschule danach brachte Handball, Schweiß, teils Zusammenhalt – und eine Mozartkugel als Belohnung für den österreichischen Schul-Meistertitel von der Direktorin höchstpersönlich. Der wahrscheinlich süßeste Karrierehöhepunkt meines Lebens.

Dann kam die Phase, in der man glaubt, man müsse etwas „Richtiges“ machen, natürlich noch nicht selbstbestimmt: Elektrotechnik, HTL, Ordnung im Leben. Ich lernte vor allem, dass ich noch nicht gelernt hatte zu lernen.

Also gings auf zu einer Lehre bei den ÖBB, Elektromechaniker und Maschinenbauer – drei Jahre Werkstatt, Metall, langweilige Routine. Ich bemerkte schnell: Ich war zwar körperlich anwesend, aber seelisch längst woanders.

Also ging ich.
Zuerst hinter den Tresen, dann auf die Straße, dann hinaus in die Welt.
Ich zapfte Bier beim „Sepp“ und im Sublime, legte Platten auf, erzählte Geschichten, die ich mir erst noch erlebte.

Später denn tagsüber Baustelle, nachts Musik, dazwischen Leben, intensives Leben.

Und jedes Mal, wenn das Geld reichte, reiste ich:
nach Andalusien, nach Chile, nach Island – zweimal.
Später nach Skandinavien, nach Rumänien, auf die Kanaren, auf den Balkan, nach Griechenland und Kreta, über einen gesamten Winter.
Schlussendlich immer wieder Italien – Sizilien, Salento, Apulien – Orte, die mich ansahen, als würden sie mich verstehen. Heute, brauche ich nichts anderes mehr als Apulien…

2007 lernte ich bei der Lebenshilfe, dass „normal“ ein sehr enges Wort für eine sehr weite Welt ist.
Dann kam noch Wien, die Festwochen, die Oper, die Bühne. Danach die großen Firmen, die großen Baustellen, ganz Europa und speziell – 2 mal Oman.
Sechstausend Arbeiter in der Wüste – und ich einer von ihnen.
Manchmal fühlte man sich dort kleiner, manchmal größer, manchmal einfach nur echt.

2012 dann der Bruch: ein Schwimmunfall, Schmerz, Stille. Eine beachtlich große und kräftige Welle, scheiterte nur knapp daran, mein Leben drastisch zu verkürzen.
Die Art von Erfahrung, die einem das Leben neu sortiert. 
Ab da ging’s anders weiter – nicht geradlinig, verbunden mit chronischen, täglichen Schmerzen, aber stetig ehrlicher.

Ich arbeitete trotzdem noch mit Wärmepumpen, Solaranlagen, Hochregallagern – bis der Körper komplett gestreikt hat. 2020 beendete ich schmerzbedingt meine Handwerkskarriere.
In Hohenems dann, lernte ich, dass Technik und Geschichte verwandt sind, wenn man sie mit offenen Augen betrachtet.

Ich landete im jüdischen Museum bei Hanno Loewy, der eben erst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Und ich durfte Fluchtgeschichten zwischen 1938 und 1945 über die Schweizer Grenze aufarbeiten.
Was für ein Privileg…

Und irgendwann, nach vielen Runden und Rückwegen, stand ich wieder da – in der Steiermark.
Mit der Idee, all das, was ich erlebt, gelernt, gespürt habe, in etwas zu gießen, das bleibt. Und da lernte ich noch tOmi Scheiderbauer kennen…

So entstand die revaLoops GmbH.
Ein Handel, ja – aber mehr noch: ein Versuch, Werte in Umlauf zu bringen.
Wein, Socken, Tomatensauce – das klingt banal,
aber vielleicht steckt gerade darin die Poesie:
in den Dingen, die man anfassen kann, und in den Geschichten, die sie tragen.

Kein roter Faden, kein Ziel in Sicht – nur ein Weg, der sich rundet.
Ein Loop.
Und wenn ich ehrlich bin: ein ziemlich schöner…